Wo Tierisches in der Bar steckt
Eiklar in Sours und Fizzes für den Schaum — Whiskey Sour, Pisco Sour, Ramos Gin Fizz. Ersatz: Aquafaba, das Kochwasser von Kichererbsen, schäumt vergleichbar und ist geschmacksneutral.
Sahne und Milch in White Russian, Grasshopper, Piña Colada mit Sahne, Irish Coffee. Ersatz: Hafer- oder Kokoscreme, je nach Drink.
Honig in Bee's Knees, Gold Rush, Penicillin. Ersatz: Agavendicksaft, Ahornsirup, heller Zuckersirup.
Worcestersauce in der Bloody Mary — enthält meist Sardellen. Es gibt Varianten ohne.
Karmin in manchen roten Likören und Sirupen, Schellack als Glanzüberzug auf Cocktailkirschen, Gelatine in Jello-Shots und manchen Schaumtechniken. Und die Schönung bei Wein und Wermut — siehe oben.
Alkoholfrei mit Eigenständigkeit
Die alkoholfreie Karte ist oft der schwächste Teil — Saft, Limo, Wasser. Dabei lässt sich mit denselben Techniken arbeiten: Shrubs (Essig-Frucht-Sirupe, haltbar, komplex), Kräutersirupe aus dem eigenen Garten, Fermentiertes wie Kombucha oder Wasserkefir, Bitters ohne Alkohol auf Glycerinbasis, Tee als Basis — kalt aufgegossen oder als Cold Brew.
Alkoholfreie Destillate sind eine eigene Kategorie mit eigenem Preisniveau. Was sie enthalten, steht selten auf dem Etikett — nachfragen. Für die Betriebskarte gilt: Ein alkoholfreier Drink, der gleich viel Arbeit macht wie ein Cocktail, darf auch ähnlich kalkuliert werden.
Spirituosen im Detail: Klare Brände und die meisten Liköre sind pflanzlich — Ausnahmen siehe oben (Eierlikör, Sahneliköre, Karmin). Bei Wermut und aromatisierten Weinen gilt die Schönungsfrage. Kräuter für Bitter und Ansatz unter Kräuter.