Hier passieren die meisten Irreführungen — oft ohne böse Absicht.
Relatives gegen absolutes Risiko
Eine Meldung wie „50 Prozent höheres Risiko" klingt dramatisch. Sie sagt aber nichts darüber, wie hoch das Risiko überhaupt war.
Ein Beispiel mit erfundenen, aber realistischen Zahlen: Steigt ein Risiko von 2 auf 3 von 1.000 Personen, ist das eine relative Erhöhung um 50 Prozent — und eine absolute um einen Fall pro 1.000. Beide Angaben sind korrekt. Nur die zweite ist brauchbar.
Faustregel: Wenn eine Meldung nur Prozentangaben nennt und keine absoluten Zahlen, fehlt die Hälfte der Information.
Surrogat gegen harten Endpunkt
Ein Surrogatendpunkt ist ein Messwert, von dem man annimmt, dass er mit dem eigentlich Interessanten zusammenhängt — Cholesterin, Blutdruck, Blutzuckerlangzeitwert. Ein harter Endpunkt ist das, worauf es ankommt: Herzinfarkt, Krankenhausaufenthalt, Tod.
Surrogate sind schneller und billiger zu messen. Sie erweisen sich aber nicht immer als verlässlich. Bei Omega-3-Präparaten etwa verbesserten sich Blutwerte, ohne dass die großen Studien einen Nutzen bei den harten Endpunkten fanden.
Wie viele, wie lange
20 Personen über zwei Wochen ist etwas anderes als 25.000 über fünf Jahre. Beides kann wertvoll sein — aber für unterschiedliche Fragen. Eine kleine, kurze Studie kann einen Mechanismus zeigen. Ob daraus langfristig etwas folgt, kann sie nicht beantworten.